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Fünf der Schwerter

Fünf der Schwerter (Five of Swords), Waite-Smith-Tarot 1909
Five of Swords · Schwerter · Element Luft · Illustration Pamela Colman Smith, 1909
Aufrecht
Konflikt · Pyrrhussieg · Niederlage
Umgekehrt
Versöhnung · Loslassen
Karte ziehen

Gewonnen, aber zu welchem Preis?

Bedeutung

Die Fünf der Schwerter zeigt einen Konflikt, der entschieden wurde, aber nichts gelöst hat. Jemand hat gewonnen, jemand ist beschämt davongegangen, und die Luft ist noch immer geladen. Die Fünf bringt in jede Farbe Reibung und Verlust; bei den Schwertern geschieht das über Worte, Argumente und Positionen. Es geht um Streit, in dem es irgendwann nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch darum, wer am Ende steht.

Du kennst die Situation von beiden Seiten. Manchmal bist du der mit den Schwertern: Du hattest recht, du hast dich durchgesetzt, und trotzdem fühlt es sich hohl an, weil du dabei etwas zerstört hast. Manchmal bist du einer der beiden, die gehen, gedemütigt, übergangen, wütend. Und manchmal stehst du daneben und siehst zu, wie andere sich zerlegen.

Die Karte lädt dich ein, Kosten und Nutzen eines Kampfes ehrlich zu prüfen. Nicht jede Auseinandersetzung ist es wert, geführt zu werden, und nicht jeder Sieg ist einer. Frag dich, was dir wichtiger ist: recht zu behalten oder die Beziehung zu bewahren. Manchmal ist Weggehen die klügere Form von Stärke.

Impuls: Frag dich, ob dieser Kampf es wert ist.

Umgekehrt

Umgekehrt zeigt die Fünf der Schwerter die Möglichkeit, aus dem Streit auszusteigen. Die Schwerter werden abgelegt, ein Gespräch wird möglich, eine Entschuldigung kommt über die Lippen, oder du erkennst, dass das Rechthaben dich mehr gekostet hat als das Nachgeben. Versöhnung muss nicht bedeuten, dass alles wieder gut ist; oft reicht es, den Kampf nicht weiterzuführen.

Die Karte kann umgekehrt aber auch anzeigen, dass ein Konflikt nachwirkt: Groll, der unausgesprochen bleibt, oder die Angst, wieder zu verlieren, weshalb du jeder Auseinandersetzung ausweichst. Dann lädt sie dich ein, hinzusehen, was du noch mit dir herumträgst, und zu überlegen, ob du es loslassen oder endlich ansprechen willst. Beides ist besser, als heimlich weiterzukämpfen.

Liebe und Beziehungen

In der Liebe steht die Fünf der Schwerter für Streit, in dem Worte als Waffen dienen, für Machtspiele oder das Gefühl, dass einer immer gewinnen muss. Nach so einem Streit fühlt sich auch der Sieger allein. In einer Partnerschaft lohnt die Frage, worum es eigentlich geht, wenn ihr euch zum dritten Mal über dasselbe zerstreitet. Als Single kann die Karte auf eine Dynamik hinweisen, in der du dich kleinmachen lässt oder selbst kleinmachst.

Beruf und Geld

Beruflich zeigt die Fünf der Schwerter Konkurrenzkämpfe, Intrigen oder einen Ton im Team, bei dem jeder nur noch auf den eigenen Vorteil schaut. Manchmal ist es klüger, sich aus einem solchen Konflikt zurückzuziehen, als ihn um jeden Preis gewinnen zu wollen. Bei Geld warnt die Karte vor Geschäften, bei denen jemand über den Tisch gezogen wird, auch wenn du es nicht bist. Prüf Verträge genau und entscheide selbst.

Als Tageskarte

Heute kann es Reibung geben, und du wirst versucht sein, den letzten Satz zu haben. Halt kurz inne, bevor du ihn sagst. Frag dich, ob es morgen noch wichtig ist, wer gewonnen hat. Wenn jemand dich provoziert, musst du nicht mitspielen. Ein Schritt zur Seite ist heute keine Niederlage, sondern der klügste Zug auf dem Feld.

Das Bild

Ein junger Mann mit rotem, zerzaustem Haar steht im Vordergrund, zwei Schwerter über der Schulter, ein drittes greift er gerade vom Boden. Er trägt eine grüne Tunika mit roten Ärmeln, rote Beinkleider und braune Stiefel und schaut mit einem schmalen, zufriedenen Grinsen über die Schulter. Zwei weitere Schwerter liegen vor ihm im Staub. Am Ufer entfernen sich zwei Gestalten: eine mit gesenktem Kopf und rotem Umhang, eine kleinere, die sich zum Wasser wendet. Darüber ziehen zerfetzte graue Wolken über einen hellblauen Himmel, als hätte ein Sturm gerade erst aufgehört. Der Gewinner hat alle Schwerter, aber niemand bleibt bei ihm. Das Wasser hinter den Verlierern steht für die Gefühle, die nach einem solchen Streit zurückbleiben.

Fragen an dich

  • Welchen Streit führst du gerade, und was würde er dich kosten, wenn du ihn gewinnst?
  • Wo willst du eigentlich nur recht haben, obwohl du behauptest, es gehe um die Sache?
  • Von welchem Schlachtfeld wäre es Zeit, einfach wegzugehen?