Tarot-Glossar: Die wichtigsten Begriffe von A bis Z
Wer über Tarot liest, stößt auf Wörter, die niemand erklärt: Arkana, Signifikator, Querschläger, Trumpf. Dieses Glossar sammelt die Begriffe, die dir auf tarotlicht.de und in den meisten Büchern begegnen, alphabetisch und jeweils in wenigen Sätzen. Es ersetzt keinen Artikel, aber es hilft, wenn du mitten im Lesen über ein Wort stolperst und schnell wissen willst, was gemeint ist.
- Abheben
- Nach dem Mischen den Stapel an einer beliebigen Stelle teilen und die untere Hälfte nach oben legen. Bei echten Karten ist das der Moment, in dem die Reihenfolge endgültig feststeht; online entspricht ihm das Anhalten der Walze.
- Arkana
- Lateinisch für „Geheimnisse“, Einzahl Arkanum. Der Sammelbegriff für die beiden Teile des Tarotdecks: die 22 Großen Arkana und die 56 Kleinen Arkana.
- Aufrecht
- Eine Karte, die richtig herum vor dir liegt, mit dem Kopf nach oben. Die Grundbedeutung jeder Karte bezieht sich auf die aufrechte Lage; das Gegenstück ist „umgekehrt“.
- Beziehung (Legesystem)
- Legung mit Positionen für dich, die andere Person und das, was zwischen euch liegt. Sie fragt nicht, was der andere fühlt, sondern was du in die Verbindung mitbringst und was sie braucht.
- Deck
- Ein vollständiger Satz von 78 Tarotkarten in einer bestimmten Gestaltung. Es gibt Hunderte Decks; die meisten modernen folgen in Aufbau und Bildideen dem Waite-Smith-Tarot.
- Deutung
- Das, was du aus einer Karte oder Legung liest. Eine Deutung ist keine feste Bedeutung aus dem Lexikon, sondern die Verbindung zwischen Bild, Position, Frage und deiner Situation.
- Drei Karten (Legesystem)
- Das vielseitigste kleine Legesystem. Drei Positionen, klassisch Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft; ebenso gut Situation, Hindernis, Rat oder Körper, Herz, Kopf.
- Element
- Eine der vier klassischen Grundqualitäten Feuer, Wasser, Luft und Erde. Im Tarot ist jede Farbe der Kleinen Arkana einem Element und damit einem Lebensbereich zugeordnet.
- Entscheidung (Legesystem)
- Legesystem für die Wahl zwischen zwei Wegen. Die Karten zeigen, was jeder Weg mit sich bringt und was du selbst in die Entscheidung einbringst; entscheiden musst du trotzdem selbst.
- Farbe
- Eine der vier Gruppen der Kleinen Arkana: Stäbe, Kelche, Schwerter, Münzen. Der Begriff stammt vom Kartenspiel, hat aber nichts mit Rot oder Schwarz zu tun; gemeint ist die Serie.
- Große Arkana
- Die 22 nummerierten Bildkarten vom Narren (0) bis zur Welt (21). Sie stehen für die großen Themen und Wendepunkte eines Lebens und haben in einer Legung besonderes Gewicht.
- Hofkarten
- Die 16 Personenkarten der Kleinen Arkana: Bube, Ritter, Königin und König in jeder Farbe. Sie zeigen Rollen und Reifegrade und lassen sich als Anteil von dir oder als Mensch in deinem Umfeld lesen.
- Hufeisen (Legesystem)
- Legesystem mit sieben Karten, die in einem Bogen liegen. Es führt von der Vergangenheit über Gegenwart, Hindernisse und Umfeld zum wahrscheinlichen Ausgang und eignet sich für Fragen mit Verlauf.
- Ja oder Nein (Legesystem)
- Legesystem für geschlossene Fragen. Eine oder wenige Karten geben eine Tendenz; wichtiger als das Ja oder Nein ist das Bild dazu, das dir zeigt, warum.
- Jahreskreis (Legesystem)
- Legesystem mit zwölf Karten im Kreis, eine je Monat, oft ergänzt um eine Karte für das Jahresthema in der Mitte. Beliebt zu Geburtstag oder Jahreswechsel.
- Kelche
- Die Farbe des Wassers. Sie steht für Gefühle, Beziehungen, Intuition und Verbundenheit. In anderen Decks auch als Becher oder Pokale bezeichnet.
- Keltisches Kreuz
- Das bekannteste große Legesystem mit zehn Positionen: Situation, Herausforderung, Grundlage, Vergangenheit, Mögliches, nahe Zukunft, Selbstbild, Umfeld, Hoffnungen und Ängste, Ausgang. Für verwickelte Fragen gedacht und nichts für den ersten Tag.
- Kleine Arkana
- Die 56 Karten in vier Farben, je zehn Zahlkarten vom Ass bis zur Zehn und vier Hofkarten. Sie beschreiben das Konkrete und Alltägliche, in dem sich die großen Themen zeigen.
- Legesystem
- Ein festgelegtes Muster, nach dem Karten gelegt werden, wobei jede Position eine eigene Teilfrage stellt. Auf tarotlicht.de stehen acht Legesysteme zur Verfügung.
- Legung
- Der gesamte Vorgang und sein Ergebnis: Frage, gezogene Karten in ihrem Legesystem und die Deutung. Manche sagen auch „Lesung“ oder „Spread“.
- Marseille-Tarot
- Der klassische Decktyp aus Frankreich, dessen Form sich im 17. und 18. Jahrhundert festigte. Die Zahlkarten zeigen nur die Symbole in geordneter Anzahl, keine Szenen; die Großen Arkana sind in klaren Flächenfarben gehalten. In Frankreich und Italien bis heute weit verbreitet.
- Münzen
- Die Farbe der Erde. Sie steht für Körper, Arbeit, Geld, Besitz und alles Handfeste. Im Waite-Smith-Tarot als Pentakel gezeichnet, Münzen mit einem fünfzackigen Stern.
- Narr
- Die Karte mit der Nummer 0, ein junger Mensch am Abgrund mit Bündel und Hund. Er steht am Anfang der Großen Arkana und verkörpert Aufbruch, Unbefangenheit und das Risiko des ersten Schritts.
- Position
- Ein Platz innerhalb eines Legesystems mit eigener Bedeutung, etwa „Hindernis“ oder „Rat“. Dieselbe Karte liest sich je nach Position verschieden; Karte und Position zusammen ergeben die Aussage.
- Querschläger
- Eine Karte, die beim Mischen herausfällt oder quer im Stapel liegt. Manche legen sie beiseite, andere lesen sie als zusätzlichen Hinweis zur Legung. Beim Online-Ziehen gibt es keine Querschläger.
- Reise des Narren
- Die Lesart der 22 Großen Arkana als eine zusammenhängende Geschichte: Der Narr bricht auf, begegnet Lehrern, Prüfungen, Zusammenbruch und Erneuerung und kommt in der Welt an. Eine Merkhilfe, keine Lehre.
- Schwerter
- Die Farbe der Luft. Sie steht für Denken, Sprache, Konflikte, Entscheidungen und Wahrheit. Die Schwerterkarten enthalten die meisten schmerzhaften Bilder des Decks, weil Gedanken verletzen können.
- Signifikator
- Eine Karte, die vor der Legung bewusst ausgewählt wird, um die fragende Person zu vertreten, meist eine Hofkarte. Im Keltischen Kreuz traditionell üblich, heute oft weggelassen, weil sie dem Deck eine Karte entzieht.
- Stäbe
- Die Farbe des Feuers. Sie steht für Antrieb, Wille, Projekte, Leidenschaft und Tatkraft. In anderen Decks auch Zepter oder Knüppel genannt.
- Tageskarte
- Eine einzelne Karte, die du morgens ziehst, um eine Perspektive für den Tag zu haben. Das einfachste Legesystem und die beste Methode, die 78 Karten nach und nach kennenzulernen.
- Tarot
- Ein Satz von 78 Bildkarten, entstanden im 15. Jahrhundert in Norditalien als Kartenspiel und seit dem 18. Jahrhundert auch zur Deutung genutzt. Heute vor allem ein Werkzeug der Selbstreflexion. Mehr dazu in der Geschichtsserie.
- Trumpf
- Ursprünglich der Spielbegriff für die 22 Bildkarten, die im Tarockspiel alle Farbkarten stechen. Im deutenden Tarot ist „Trumpf“ ein anderes Wort für eine Karte der Großen Arkana.
- Umgekehrt
- Eine Karte, die auf dem Kopf vor dir liegt. Sie kann gelesen werden als blockierte, übersteigerte oder nach innen gewendete Form ihrer aufrechten Bedeutung. Nicht verpflichtend; auf tarotlicht.de vor dem Ziehen wählbar.
- Visconti-Sforza-Tarot
- Die ältesten erhaltenen Tarotkarten, handgemalt um 1450 für die Herzöge von Mailand. Prachtkarten mit Goldgrund, an denen man sieht, dass Tarot als höfisches Spiel begann.
- Waite-Smith-Tarot
- Das 1909 in London erschienene Deck nach Entwurf von Arthur Edward Waite, gezeichnet von Pamela Colman Smith. Das erste weit verbreitete Deck mit Szenen auf allen Zahlkarten und bis heute der Standard zum Lernen. Die Bilder sind gemeinfrei; tarotlicht.de verwendet sie im Kartenlexikon und beim Ziehen.
- Walze
- Die Ziehmechanik auf tarotlicht.de: ein laufender Bogen verdeckter Karten, den du mit einem Druck anhältst. Der Moment des Drückens legt die Karte fest, die Animation danach ändert nichts mehr. Alternativ wählst du eine Karte im Kreis.
- Zahlkarten
- Die 40 Karten der Kleinen Arkana vom Ass bis zur Zehn, zehn je Farbe. Im Waite-Smith-Tarot zeigen sie alle eine Szene, was sie von älteren Decks unterscheidet.
- Zufall
- Beim Online-Ziehen auf tarotlicht.de entsteht der Zufall direkt in deinem Browser, im Moment des Drückens; nichts wird vorher festgelegt oder nachträglich gespeichert. Der Zufall ist der Grund, warum eine Karte dich überraschen kann.